Das heurige Jahr hat uns mit extremer Trockenheit und Hitze vor große Herausforderungen gestellt – besonders in der Landwirtschaft. Vielleicht feierten wir deshalb das Erntedankfest am vergangenen Sonntag noch bewusster als sonst. Denn uns allen ist wieder klar geworden: Eine gute Ernte ist keine Selbstverständlichkeit mehr.
In einer festlichen Prozession begleiteten die Vereine und allen voran die Kindergartenkinder die Erntekrone in die Kirche. Diese war von den Bäuerinnen schön gestaltet worden und spiegelte mit ihren bunten Blumen, den Wiesenkräutern und dem Getreide die Vielfalt der Schöpfung wider.
Pfarrer Maximilian regte in seiner Predigt mit einer zentralen Frage zum Nachdenken an: „Was lege ich in die Schöpfung hinein und was hole ich heraus?“ Er erinnerte uns damit an einen „geschwisterlichen“ Umgang mit der Natur im Sinne von Franz von Assisi, der dies schon vor mehr als achthundert Jahren in seinem Sonnengesang zum Ausdruck gebracht hatte: Die Schöpfung ist kein Gegenstand, den ich nutze und ausbeute, sondern sie ist durch Gott mit mir eng verbunden.
Pfarrer Maximilian erinnerte uns auch an ein Sprichwort, das heute oft in Vergessenheit gerät: „Wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten.“ Bitten und Danken gehören untrennbar zusammen – sie begleiten uns von den Bitttagen im Frühjahr bis hin zum Erntedankfest. Vergessen wir nicht die Bitttage!
Nach diesem herausfordernden Jahr feierten wir voll Dankbarkeit dieses Erntedankfest und am Ende des Festgottesdienstes stimmten die Messbesucher gemeinsam mit dem Kirchenchor traditionell in das kraftvolle Te Deum „Großer Gott, wir loben dich“ ein.
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Sigrid Altendorfer (Autor)